Von der Schulbank in die Forschung: Schüler:innen untersuchen den Übergang von Schule zu Studium
Bericht, 24. September 2026
Wie entwickelt man eigentlich eine wissenschaftliche Forschungsfrage? Wie entsteht aus einer ersten Vermutung ein empirisches Forschungsprojekt? Und was lässt sich aus Daten tatsächlich herauslesen?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Eingangsklasse des Sozial- und Gesundheitswissenschaftlichen Gymnasiums an den Beruflichen Schulen Kehl am Ende des Schuljahrs 2025/26 im Rahmen der Bildungsplaneinheit Forschungsansätze und Methoden. Dabei blieb es nicht bei theoretischen Grundlagen: Unter Leitung ihrer Pädagogik/Psychologie-Lehrerin Madeleine Rozsa und in intensiver Kooperation mit Jun.-Prof. Dr. Cora Parrisius von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe entwickelten die Schüler:innen eigene Forschungsprojekte und erhielten die Möglichkeit, einen vollständigen Forschungsprozess selbst zu durchlaufen – von der Entwicklung einer Fragestellung über die Datenerhebung bis hin zur statistischen Auswertung und Interpretation der Ergebnisse.
Im Mittelpunkt des gemeinsamen Forschungsprojekts stand ein Thema, das für die Schüler:innen zugleich eine ganz persönliche Perspektive eröffnete: der Übergang von der Schule in ein Studium. Wie erleben Studierende diesen neuen Lebensabschnitt? Welche Veränderungen nehmen sie wahr? Und welche Faktoren können den Übergang erleichtern oder erschweren?
Eingeteilt in insgesamt fünf Schüler:innengruppen entwickelten diese zu unterschiedlichen Aspekten des Übergangs eigene Forschungsfragen und Hypothesen. Anschließend wurden geeignete Fragen für einen gemeinsamen Fragebogen erarbeitet.
Für die Datenerhebung ging es schließlich direkt an die Pädagogische Hochschule in Karlsruhe. Im Rahmen einer Exkursion befragten die Schüler:innen dort Lehramtsstudierende zu ihren persönlichen Erfahrungen beim Übergang von der Schule in das Studium. Auf diese Weise wurde das Forschungsprojekt zugleich zu einer besonderen Form der Studienorientierung: Die Schüler:innen erhielten nicht nur Einblicke in wissenschaftliches und forschendes Arbeiten, sondern konnten auch unmittelbar mit Studierenden ins Gespräch kommen und die Hochschule als Lern- und Studienort kennenlernen.
Insgesamt beteiligten sich 232 Studierende aus den ersten Semestern der Lehramtsbachelorstudiengänge an der Befragung. Das durchschnittliche Alter der Befragten lag bei 20,81 Jahren. Von ihnen studierten 60,79 % Grundschullehramt und 38,77 % Lehramt für die Sekundarstufe I. 75,98 % der Befragten gaben an, weiblich zu sein.
Nach der Datenerhebung begann die nächste Phase des Forschungsprozesses: die Auswertung. Gemeinsam mit Jun.-Prof. Dr. Cora Parrisius analysierten die Schüler:innen ihre Daten und gingen der Frage nach, ob sich ihre zuvor formulierten Hypothesen bestätigen lassen.
Dabei wurde deutlich, dass empirische Forschung weit mehr bedeutet, als lediglich Antworten zu sammeln. Daten müssen aufbereitet, Ergebnisse sorgfältig interpretiert und mögliche Zusammenhänge kritisch hinterfragt werden. Die Schüler:innen konnten so unmittelbar erfahren, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen – und dass Forschung auch bedeuten kann, von den eigenen Erwartungen überrascht zu werden.
Die Kooperation verband damit drei Perspektiven auf besondere Weise: fachliches Lernen im Unterricht, authentisches wissenschaftliches Arbeiten und Studienorientierung. Aus einer Bildungsplaneinheit wurde ein Forschungsprojekt, das die Schüler:innen aus dem Klassenzimmer an die Hochschule führte und ihnen ermöglichte, selbst forschend tätig zu werden.
Hier geht es zu den Ergebnissen der fünf Forschungsprojekte.
Medien
Aktualisiert am 24. September 2026 von Kirsten Buttgereit