Veröffentlichung zu Emotionen beim selbstregulierten Lernen in digitalen Lernumgebungen in „Computers & Education“

Meldung, 8. Juli 2026


Eine aktuelle Arbeit von Promovendin Julia Hilpert und Jun. Prof. Dr. Marc Philipp Janson wurde in der renommierten Fachzeitschrift Computers & Education veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, wie sich affektive Prozesse beim selbstregulierten Lernen in digitalen Lernumgebungen besser erfassen und verstehen lassen. Dafür verfolgen die Forschenden einen integrierten Ansatz, der verschiedene Datenquellen miteinander verbindet. Dieser Ansatz unterscheidet sich damit von bisherigen Arbeiten, die entweder rein mit Selbstberichtsdaten arbeiten oder ausschließlich auf digitalen Verhaltensdaten beruhen.

Graphik stellt die Kernaussage der ERgebnisse dar.
© J. Hilpert/M. Janson

Im Rahmen von zwei empirischen Studien begleiteten die Forschenden Studierende während ihrer selbstregulierten Prüfungsvorbereitung mit einem intelligenten Tutorensystem. Dabei wurden objektive Verhaltensdaten aus dem Lernsystem (logfile data) mit wiederholten Einschätzungen der Lernenden zu ihrem aktuellen affektiven und emotionalen Erleben kombiniert (introspective momentary assessments). Die Abbildung verdeutlicht den zentralen Gedanken dieses integrierten Ansatzes: Unterschiedliche Prozesse des selbstregulierten Lernens lassen sich mit unterschiedlichen Messmethoden erfassen. Während Logdaten vor allem Aufschluss über beobachtbares Lernverhalten geben, ermöglichen Selbstauskünfte Einblicke in innere Prozesse wie Motivation, Emotionen oder Bewertungen der Lernsituation. Erst durch die Kombination beider Datenquellen entsteht ein umfassenderes Bild davon, wie Lernende ihr Lernen in digitalen Umgebungen selbst regulieren. Die Ergebnisse der beiden Studien zeigen, dass Emotionen während des Lernens erheblichen Schwankungen unterliegen und dass der Zusammenhang zwischen Emotionen und Lernverhalten entscheidend davon abhängt, wie präzise beide Prozesse zeitlich aufeinander abgestimmt gemessen werden. Die Arbeit leistet damit einen methodischen und konzeptionellen Beitrag zur Forschung zu affektivem Erleben beim selbstregulierten Lernen und liefert wichtige Anknüpfungspunkte für die Entwicklung adaptiver, lernendenzentrierter Tutorensysteme.

Hilpert, J., & Janson, M. P. (2026). Tracing affect in digital learning: Combining log data and introspective momentary assessments. Computers & Education, 253, 105668. https://doi.org/10.1016/j.compedu.2026.105668

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  • Graphik stellt die Kernaussage der ERgebnisse dar.

Aktualisiert am 8. Juli 2026 von Kirsten Buttgereit