Der mobile Kunstkiosk in der Waldstadt: Unterwegs im Stadtteil und auf dem Schulhof

Bericht, 16. Juli 2026


In diesem Sommersemester ist der mobile Kunstkiosk in der Karlsruher Waldstadt unterwegs. Im Rahmen der Seminare „Aufsuchende Kulturarbeit mit dem mobilen Kunstkiosk“ sowie „Raus aus dem Klassenzimmer – außerschulischen Lernorten im Kunstunterricht“ sammelten Studierende praktische Erfahrungen, indem sie künstlerische und kulturvermittelnde Formate für den öffentlichen Raum und den Schulhof entwickelten und in der Praxis erprobten.

Eindrücke vom Kunstkiosk 2026: Der Kauz ist aufgespannt zwischen zwei Bäumen und die Querseile sind mit bunten Stoffbahnen zugeknüpft

Der mobile Kunstkiosk des Instituts für Kunst ist ein praxisorientiertes Lehrprojekt, das Kunst- und Kulturvermittlung flexibel in unterschiedlichen Räumen ermöglicht. Als mobiler Wagen kann er zugleich als Werkstatt, Treffpunkt, Bühne und Ausstellungsfläche genutzt werden.

Im Masterstudiengang Kulturvermittlung wird der Kunstkiosk insbesondere im Rahmen aufsuchender Kulturarbeit eingesetzt. Die Studierenden entwickeln niedrigschwellige und partizipative Angebote für Stadtteile mit eingeschränktem Zugang zu kultureller Infrastruktur. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kulturelle Teilhabe außerhalb klassischer Kultureinrichtungen gelingen kann. Im Lehramtsstudiengang dient der mobile Kunstkiosk dazu, Kunstunterricht außerhalb des Klassenzimmers zu entwickeln. Dabei wird untersucht, welche Möglichkeiten außerschulische Lernorte und insbesondere der Schulhof für künstlerische Bildungsprozesse bieten.

In diesem Semester war die Waldstadt Ausgangspunkt für den mobilen Kunstkiosk. Die Studierenden des Masterstudiengangs entwickelten dafür das Projekt „Verkauzt und Zugewebt“, welches an zwei Wochenenden im Juli auf der Grünfläche vor dem Kinder- und Jugendhaus angeboten wurde. Im Mittelpunkt des Projekts stand der Kauz, das Symbol des Stadtteils, sowie die Schaffung von Begegnung.

Dazu konnte an einem großen Waldkauz gemeinsam gewebt, Postkarten gestaltet und geschrieben werden sowie Wünsche, Ideen und Angebote für die Nachbarschaft auf einer Tauschleine gesammelt und weitergegeben werden. Begleitet wurde das Mitmachangebot von Livemusik und erfrischenden Trinkwasser-Cocktails, die dem Kunstkiosk eine besondere Atmosphäre verliehen.

Die Angebote wurden trotz der heißen Temperaturen gut angenommen, und die Besuchenden verweilten teilweise mehrere Stunden um sich an den Aktionen zu beteiligen. Die Möglichkeit die gestalteten Postkarten zu beschriften und an die Senior:innen des angrenzenden Wohnheims zu versenden wurde dabei besonders positiv aufgenommen und häufig genutzt.

Parallel dazu war der mobile Kunstkiosk im Seminar „Raus aus dem Klassenzimmer“ Anlass, um Kunstunterricht außerhalb des Klassenzimmers zu erproben. Der Kiosk wurde dabei zum Atelier auf dem Schulhof der Eichendorff Schule und bot mit der räumlichen Nähe zum Wald und der großen räumlichen Fläche vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für den Kunstunterricht. Die Studierenden entwickelten verschiedene Unterrichtsideen, die sie mit fünf Grundschulklassen erprobten. Dabei wurde mit Naturmaterialien experimentiert, die Wahrnehmung auf den bekannten Ort verändert und Spuren auf dem Schulhof hinterlassen.

In beiden Seminaren wurde deutlich, dass Räume nicht nur Orte der Vermittlung sind, sondern diese aktiv prägen und Ausgangspunkt für die Entwicklung künstlerischer und kulturvermittelnder Formate werden können.

Medien


  • Eindrücke vom Kunstkiosk 2026: Der Kauz ist aufgespannt zwischen zwei Bäumen und die Querseile sind mit bunten Stoffbahnen zugeknüpft
  • Eindrücke vom Kunstkiosk 2026: Studentinnen bereiten in der Waldstadt mit Seilen und Stoff den Waldkauz vor
  • Hände mit gelben fingernägeln knüpfen bunten Stoff an Seile
  • Eindrücke vom Kunstkiosk 2026: Zum Kiosk gehören Tische, Hocker und viel Material. Hier richtet eine Studentin den tisch und ein Junge sieht neugierig zu.
  • Eindrücke vom Kunstkiosk 2026: Zwei Studentinnen legen am Kiosk die Materialien bereit

Aktualisiert am 16. Juli 2026 von Kirsten Buttgereit